
Stress und Kontinenz hängen zusammen, denn die Blase ist als Organ eingebettet in ein komplexes System zur Sicherung deiner Kontinenz. Stress irritiert!
Viele denken bei Inkontinenz zuerst an einen zu schwachen Beckenboden. Doch das greift viel zu kurz. Das Kontinenzsystem ist ein Zusammenspiel aus Nervensystem, Beckenboden, Atmung und Druckregulation. Chronischer Stress beeinflusst genau diese Systeme.
Er führt zu einer erhöhten Grundspannung, stört die Koordination zwischen Anspannung und Entspannung und verändert die Wahrnehmung von Blasenfüllung und Druck.
Die Folge können Dysbalancen im Beckenboden, eine ineffiziente Druckverteilung und eine erhöhte Anfälligkeit für Inkontinenz sein.
Aktuelle Studien zeigen, dass Inkontinenz multifaktoriell bedingt ist und eng mit psychosozialen Faktoren zusammenhängt –> Coyne KS et al. (2024) „The impact of stress urinary incontinence on health-related quality of life“.
Eine weitere aktuelle Arbeit von Zhang Y et al. (2024) „Effects of pelvic floor muscle training and biofeedback on stress urinary incontinence: A systematic review“ unterstützt die Sichtweise. Ein koordinierter Beckenboden ist stressfrei und kann gezielt angesteuert werden.
Für die Therapie bedeutet das, dass nicht nur Kräftigung, sondern auch Regulation des Nervensystems, Atem- und Druckkontrolle sowie funktionelle Integration im Alltag entscheidend sind.
Kontinenz ist keine reine Kraftfrage, sondern eine Frage der Koordination unter Belastung!
Magdalena Hönick, pädagogische Mitarbeiterin
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