Schulgeldfreie Ergo- und Physiotherapieausbildung

Mentale Gesundheit – wichtiger denn je?

Lassen Sie uns gemeinsam die letzten zwei Jahre der Pandemie und die jüngsten politischen Entwicklungen und Geschehnisse gemeinsam reflektieren.

Ist all dies spurlos an uns vorbeigegangen? Oder haben wir hier und da doch Veränderungen an uns und in unserem Denken feststellen können?

Nicht nur bei der Arbeit mit Klienten und Patienten, sondern auch in unserem privaten Umfeld macht sich die letzte Zeit mit all ihren Sorgen und Gedanken bemerkbar.

Der Begriff der „mentalen Gesundheit“ rückt hier und da immer mehr in den Fokus und hat vielleicht in diesen Zeiten an Bedeutung zugenommen.

Was früher eher ein neumodischer Trend war, wird nun bewusster gelebt und in unseren Alltag integriert.

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In den letzten Wochen habe ich einige Lernende der Bildungsakademie aus den ergotherapeutischen Lehrgängen gefragt was sie unter „mentaler Gesundheit“ verstehen und wie sie diese definieren würden.

Es sind viele wertvolle Gedanken zustande gekommen:

„Mentale Gesundheit ist für mich ein Teil der allgemeinen Gesundheit. Darunter verstehe ich psychische Stabilität, die z.B. durch Fähigkeiten zur Stress-Reduktion und dem Umgang mit Problemen und Krisen sichtbar wird. Ich stelle mir ein Gefäß vor, das die mentale Gesundheit symbolisiert. Wasser bedeutet in diesem Fall Krisen und Schwierigkeiten. Das Gefäß kann viel Wasser speichern und den Wasserlevel regulieren. Wenn das Gefäß allerdings seine Speicherfunktion langsam verliert und man es nicht frühzeitig merkt und dem entgegenwirkt, kann es platzen, was eine psychische Krise z.B. in Form von Burn-out auslösen kann.“ 

„Mentale Gesundheit bedeutet für mich, dass ich mich wohlfühle, meine Freunde & Familie habe und ich das machen kann, was ich gern möchte. Aber auch, dass ich keinen Stress habe, der mich unter Druck setzt und ich zufrieden bin, mit dem was ich habe.“

„Für mich bedeutet mentale Gesundheit mit allen Bereichen in meinem Leben im Großen und Ganzen zufrieden zu sein. Es gibt immer in verschiedenen Bereichen Einschränkungen, die die eigene Person negativ beeinflussen (Krankheit, Stress, etc.), wenn jedoch die positiven überwiegen werden diese „unterdrückt“. Mentale Gesundheit bedeutet für mich also, sich wohlzufühlen.“

„Ich verbinde mit mentaler Gesundheit, die Leistungsfähigkeit, soziale Teilhabe und die Lebensqualität eines Menschen. Hierbei können die „täglichen Hürden“ des Lebens überwältigt werden, produktiv gearbeitet und ein Beitrag zur Gemeinschaft geleistet werden.“ 

„Mit mentaler Gesundheit verbinde ich ein gesundes Wohlbefinden. Bei einer guten mentalen Gesundheit fühle ich mich wach und habe Lust etwas zu unternehmen, soziale Kontakte zu knüpfen oder mich zu bilden. Man hat mehr Energie und man fühlt sich gut und glücklich.“

In unserem therapeutischen Alltag an und mit den Klienten, aber auch hier in der Lehrenden- und Dozententätigkeit nehmen wir beratende und unterstützende Funktionen ein. Wir möchten bestmöglich anleiten und coachen. Wir möchten Warnsignale frühzeitig erkennen und intervenieren können.
Daher ist es wichtig, Ideen zu entwickeln, wie man die mentale Gesundheit stärken kann – wie man mit Ängsten und Sorgen umgehen kann.

Es ist von den Lernenden der ET 19-22B eine Liste von Ideen entstanden, welche ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

„Was machst du ganz bewusst für deine mentale Gesundheit in deinem Alltag?“

  • ich esse gut und gesund
  • ich achte darauf, dass ich genug schlafe 
  • ich trinke viel Wasser und Tee
  • ich achte auf meine Work-Life-Balance 
  • ich versuche mich regelmäßig zu bewegen (gelingt nicht immer) 
  • ich pflege die mir wichtigen sozialen Kontakte 
  • ich lerne, um meine Ziele zu erreichen 
  • ich unternehme etwas mit Freunden
  • ich gehe zum Fußballtraining und verbringe dort Zeit mit meiner Mannschaft
  • ich fahre Motorrad mit meinem Papa oder mit den Freunden von meinem Papa
  • ich verbringe Zeit mit meiner besten Freundin
  • ich verbringe Zeit mit meinem Freund
  • ich unternehme sehr viel
  • ich gehe gern mit dem Hund raus spazieren, höre Musik, mache Sport, habe meine Familie und/oder meine Freunde um mich, gehe essen oder koche selbst

Wir sollten uns der Wichtigkeit unserer eigenen mentalen Gesundheit bewusstwerden und herausfinden, was uns positiv stimmt. Denn nur dann können wir unsere Klienten und Patienten authentisch beraten und anleiten.

Vielleicht fühlt sich der ein oder andere nun inspiriert eine eigene Liste mit Momenten und Tätigkeiten zu erstellen, die einen persönlich stärken.

Katharina Buchheister, Ergotherapeutin

Pädagogische Mitarbeiterin