
Kinder entdecken die Welt mit allen Sinnen. Sie lernen durch Spielen, Ausprobieren, Bewegen und das Miteinander mit anderen Kindern. Spielen ist dabei ihre wichtigste Betätigung und der Motor ihrer Entwicklung. Genau hier setzt meine Arbeit als Ergotherapeutin im Rahmen unserer Kooperation mit der Kita Sonnenschein in Bigge an: direkt im Lebensumfeld der Kinder, nah an ihrem Alltag und orientiert an ihren individuellen Betätigungen.
Ich arbeite überwiegend im Gruppenkontext und begleite Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen in kleinen Gruppen. Dabei stehen die Stärken, Interessen und Ressourcen jedes einzelnen Kindes im Vordergrund. Ziel meiner Arbeit ist es, Kinder dabei zu unterstützen, ihren Alltag in der Kita aktiv, selbstständig und mit Freude zu gestalten. Durch bedeutungsvolle Betätigungen werden motorische, kognitive, soziale und emotionale Fähigkeiten gefördert und weiterentwickelt.
Zu den festen Angeboten gehören die Eulengruppe, in der die Kinder ihre Resilienz, ihr Selbstvertrauen und ihre sozialen Kompetenzen stärken sowie „Wir werden Stiftprofis! – Topfit in die Schule“. Hier werden wichtige Vorläuferfähigkeiten für das Schreibenlernen aufgebaut – von der Feinmotorik und einer funktionellen Stifthaltung über Konzentration und Wahrnehmung bis hin zur visuomotorischen Koordination. Die Übungen orientieren sich an alltagsrelevanten Betätigungen der Kinder und bereiten sie auf die Anforderungen des Schulalltags vor.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist die Begleitung von Auszubildenden. Im Rahmen eines Praxisprojekts entwickeln sie – aufbauend auf unserer theoretischen Unterrichtseinheit zur kindlichen Entwicklung – eigenständig Gruppenangebote für Kinder ab etwa fünf Jahren. Die rund 60-minütigen Einheiten orientieren sich an den aktuellen Bedürfnissen der Kita sowie an den alltäglichen Betätigungen der Kinder. Je nach Gruppe stehen Bewegung, Wahrnehmung, Konzentration oder die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen im Mittelpunkt.
Ich begleite die Auszubildenden bei der Planung, Durchführung und Reflexion ihrer Angebote und unterstütze sie dabei, theoretisches Wissen in die ergotherapeutische Praxis zu übertragen. Dabei lernen sie, Betätigung gezielt als therapeutisches Mittel einzusetzen, um Entwicklung anzubahnen und Teilhabe im Alltag zu fördern. So entstehen kreative und bedürfnisorientierte Projekte, von denen sowohl die Kinder als auch die angehenden Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten profitieren.
Die Kooperation zwischen Kita, Ergotherapie und Ausbildung schafft einen wertvollen Lern- und Entwicklungsort für alle Beteiligten. Kinder erhalten gezielte Entwicklungsimpulse in ihrem vertrauten Alltag und erweitern ihre Handlungskompetenzen durch alltagsnahe Betätigungen. Gleichzeitig sammeln die Auszubildenden frühzeitig wichtige praktische Erfahrungen für ihren späteren Berufsalltag.
Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten, ihnen bedeutungsvolle Betätigungen zu ermöglichen und ihre Teilhabe am Alltag zu stärken – das ist der Kern meiner Arbeit als Ergotherapeutin.
Nina Meinhold, pädagogische Mitarbeiterin
Weitere Artikel:
- Kinder stark machen! 15. April 2018
- Unterschied von Ergo-& Physiotherapie aus der… 7. Juni 2024
- Lernende informieren 20. Oktober 2014
- Ein Fortbildungstag als Geburtstagsgeschenk 28. Mai 2015
- "Was kann ich gut – und wie bringe ich es Euch bei?" 26. Januar 2016
- Lehrgang für Physiotherapie 7. Januar 2014